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Presse


Murnauer Tagblatt, Oktober 2010

Musikalischer Brückenschlag

Chor Art Cappella überzeugt mit ambitioniertem Programm: Stücke der Renaissance und des 20. Jahrhunderts

Es ist schon erstaunlich, dass ein Konzert, das genau zur Hälfte aus Chormusik der Renaissance und des 20. Jahrhunderts besteht, so viele Zuhörer in die nicht einmal besonders warme Murnauer St. Nikolaus-Kirche locken konnte. Es zeigt, dass der Chor Art Cappella aus der Marktgemeinde seit nunmehr 15 Jahren ein Garant für hervorragende Konzerte ist und ein treues Publikum gewonnen hat, das auch diesmal nicht enttäuscht wurde.
In dem ambitionierten Programm "Brückenschlag" stellte Art Cappella jeweils eine Vertonung eines geistlichen Textes aus dem 15. oder 16. Jahrhundert einer Vertonung desselben Textes aus dem 20. Jahrhundert gegenüber. Dabei wurde deutlich, dass uns heutzutage die alte Musik manchmal näher ist als die zeitgenössische, die in Konzertprogrammen noch immer unterrepräsentiert ist. Doch gerade in der neuen Musik gibt es viel zu entdecken, wie der Abend offenbarte. Bei der Vertonung von liturgischen Texten steht das Wort auf besondere Weise im Mittelpunkt. Immer wieder geht es darum, den uralten Texten eine Form zu geben, in der spiritueller Inhalt und musikalischer Ausdruck zu einer Einheit verschmelzen.
"Alle Musik ist durch das Wort gemacht", fasste es Peter Schneider zusammen, der in diesem Konzert mit eigenen überlegungen zur Verbindung von Wort und Musik, nicht nur in der christlichen Religion, durch das Programm führte.
Gerade bei den zeitgenössischen Werken, in einer Zeit, in der der Zugang zur Religion für viele nicht mehr so selbstverständlich ist wie in früheren Jahrhunderten, wird das Ringen des Komponisten um den Inhalt deutlich. Der spanische Cellist Pablo Casals, der sich sein Leben lang für Frieden und Freiheit engagierte, vertonte das "O vos omnes" aus den Klageliedern des Jeremias eindringlich und beschwörend. Arvo Pärt war wohl der bekannteste Zeitgenosse in diesem Konzert. Der Komponist aus Estland beschäftigt sich selbst seit langem mit alter Musik und fügte sich schon deshalb hervorragend in das Programm ein. In seinen Werken geht es ihm um die Reduzierung auf das Wesentliche, was ja auch ein Merkmal des unbegleiteten Chorgesangs ist, wie ihn Art Cappella pflegt.
Es ist gar nicht hoch genug einzuschätzen, dass sich das Ensemble mit diesem Programm darum bemühte, seinem Publikum selten gehörte Chormusik nahezubringen. Dabei arbeitete Leiter Manfred Böhm in erster Linie die Gemeinsamkeiten in den Stücken heraus, und so gelang ein echter Brückenschlag über die Jahrhunderte hinweg. (Heribert Riesenhuber)

 



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